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Die Entstehung der Insel
Die Insel Borkum ist aus ursprünglich zwei, noch 1863 durch einen Priel getrennten Inseln, dem West- und Ostland, zusammengewachsen. Das Tüskendör („Zwischendurch“) zeigt heute die alte Nahtstelle an. Die beiden Inselteile weisen deutlich die hufeisenförmige Gestalt der konzentrisch verlaufenden Dünenketten auf, die zum Randzel-Watt hin offen sind. Das Innere der Dünenbogen ist mit eingedeichten Marschen aus größtenteils Grünland und Salzwiesen vor dem Seedeich ausgefüllt. Die Dünenketten des Westlandes werden mit Dünendeckwerken und Buhnen geschützt. Im Westen der Insel liegt die Greune Stee („grüne Stelle“), ein ausgedehnter Sumpfwald, der an trockenen Stellen von Dünen durchzogen ist. Die Geschichte Borkums
Die ersten urkundlichen Erwähnungen der Insel Borkum erfolgten im Jahr 1227 als Borkna und am 11. September 1398 als Borkyn. Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts wurde Borkum von den ostfriesischen Häuptlingen regiert. Ab 1464 übernahmen die Grafen von Ostfriesland die Regentschaft. Nach dem Tod von Fürst Carl Edzard, dem letzten männlichen Vertreter des Hauses Cirksena, fiel Ostfriesland, und damit Borkum, 1744 auf Grund der 1694 von Kaiser Leopold I. dem Kurfürsten von Brandenburg Friedrich III., später König Friedrich I. von Preußen, erteilten Anwartschaft an Preußen. Im Frieden von Tilsit wurde Borkum von 1807 bis 1810 Teil des Königreichs Holland und dann bis 1813 Teil des Kaiserreichs Frankreich. Mit dem Ende der Befreiungskriege 1813 fiel Borkum an Preußen zurück. Bereits 1815 wurde die Insel durch den Wiener Kongress dem Königreich Hannover zugeteilt. Als dieses mit dem Prager Frieden von 1866 endete, fiel Ostfriesland und damit auch Borkum wieder an Preußen.
1902 wurde Borkum durch Kaiser Wilhelm II. der Status einer Seefestung verliehen. Die Insel wurde mit Geschützstellungen und Bunkern versehen, die Bahnanlagen der Borkumer Kleinbahn wuchsen von einer Streckenlänge von etwa acht Kilometern auf über 40 Kilometer und wurden teilweise zweispurig ausgebaut.
In den Jahren vor dem 2. Weltkrieg testete Wernher von Braun zwei Raketen ("Max" & "Moritz") im Borkumer Ostland. Nach diesen erfolgreichen Tests wurde die deutsche Raketenforschung in Peenemünde weiter fortgesetzt.
Nach dem zweiten Weltkrieg begehrten die Niederlande als Kriegsentschädigung u.a. die gesamte Emsmündung inklusive der Insel Borkum. Der Hafen von Emden sollte im Zuge dieser Annexion ausgetrocknet werden. Die Pläne scheiterten an den Westalliierten, die im Angesicht der erstarkenden Sowjetunion Westdeutschland nicht weiter schwächen wollten (siehe auch Niederländische Annexionspläne nach dem Zweiten Weltkrieg).
Seit 1946 gehört Borkum zum Bundesland Niedersachsen.
Vom Strandgut zum Tourismus
Mit den Grafen von Ostfriesland lagen die Inselbewohner im ständigen Streit in Bezug auf die Zahlung von Anteilen an Strandungsgütern, die zu dieser Zeit nahezu die einzige Einnahmequelle der Borkumer darstellten.
Im 17. Jahrhundert brachte der Walfang vielen Borkumern, die meistens auf niederländischen Walfangschiffen als erfolgreiche Kapitäne und Harpuniere tätig waren, einen gewissen Wohlstand ein. Viele Straßennamen auf Borkum, aber auch aus Walkiefern hergestellte Zäune (der imposanteste „Walfischzaun“ umfasst das ehemalige Haus von Roelof Gerrits Meyer, der mit seiner Mannschaft auf 42 Fahrten rund 270 Wale erlegte) und ähnliche Relikte zeugen von dieser Zeit. Im 18. Jahrhundert jedoch ließ der Walfang zunächst nach und wurde auf Grund des holländisch-englischen Seekriegs endgültig eingestellt. In der Folge setzte auf der Insel die Armut ein, und viele Einwohner verließen ihre Heimat. Die Einwohnerzahl erreichte gegen 1811 einen Tiefstand von rund 400 Personen.
Nach dem kurzen Intermezzo der napoleonischen Herrschaft in der Zeit von 1810 bis 1813 kamen ab 1834 die ersten Urlauber, hauptsächlich begüterte Bürger aus Emden, auf die Insel. Zehn Jahre später, 1844, wurden die ersten Badeeinrichtungen errichtet. Man begann, den Tourismus als Einnahmequelle zu entdecken.
Seither ist die Zahl der Touristen, die Borkum als Urlaubs-, Erholungs- und Kurziel wählen, kontinuierlich angestiegen. Während 1850, als man mit der Registrierung der Urlauber begann, noch 252 Besucher gezählt wurden, waren es 2003 etwa 270.000.
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